Geschichte der Sektion Asch

Die Sektion Asch, gegründet 1878 in Asch, im westlichen Zipfel von Tschechien gelegen, ist eine der ältesten Sektionen des DAV. Die Sektion war die 61. Sektion im Deutschen und Österreichischen Alpenverein. Die Sektion konnte 1884 auf dem Hainberg bei Asch ihr erstes Vereinshaus, das Hainberghaus, einweihen.

Der gleich neben dem Hainberghaus stehende Bismarkturm wurde auf Initiative aller Vereine von Asch zusammen mit der Gemeinde als Aussichtsturm errichtet. Die Mitglieder der Sektion Asch waren tatkräftig dabei und er konnte dann 1904 feierlich eröffnet werden.

Die Anlage von Wanderwegen in die benachbarten Gebiete Bayerischer Wald, Fichtelgebirge, Elbsandsteingebirge war die herausragende Leistung in der damaligen Zeit. Natürlich waren Sektionsmitglieder auch im Alpengebiet unterwegs und so ist es nicht verwunderlich, dass sich die Sektion an der Erschließung der Alpen beteiligen wollte. 

Durch die internationalen Geschäftsverbindungen der heimischen Textilindustrie bestanden auch Kontakte nach Landeck und Innsbruck. Nach einigen Fehlschlägen wurde der Sektion vom Alpenverein das Gebiet am Rotpleiskopf in der Samnaungruppe als Arbeitsgebiet zugewiesen. Eine erste Schutzhütte, die Ascher Hütte, wurde im Kübelgrund am jetzigen Standort erbaut und 1896 eingeweiht.

Die damaligen Touristen waren in der Regel honorige Leute, die sich eine lange Reise in die Alpen und einige Tage Urlaub dort erlauben konnten. Unter anderen hat sich auch der berühmte Wissenschaftler Professor Dr. Max Plank am 24. August 1897 ins Hüttenbuch eingetragen. Die Einträge ins damalige Hüttenbuch zeugen von sehr viel Freude und Enthusiasmus auf diesem schönen Flecken Erde sein zu können.

Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg war sehr schwierig für die Erhaltung der Hütte. In den 20er Jahren wurde sogar der Verkauf der Hütte erwogen. Zusammen mit den damaligen Hüttenwirten konnte die Hütte in dieser Form bis nach dem zweiten Weltkrieg erhalten werden. 

Mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus der Heimat im Sudentenland nach dem zweiten Weltkrieg löste sich auch die Sektion faktisch auf, weil die Mitglieder im gesamten Deutschland verteilt wurden. Einige im Raum Selb-Rehau untergekommene Sektionsmitglieder wiederbelebten die Sektion Asch aber schon 1946 unter den Fittichen der Sektion Selb. Der Ascher Hütte galt die ganze Sorge der wieder erwachten Sektion. Obwohl die Hütte unter der Verwaltung des Österreichischen Alpenvereins stand, wurden Umbaupläne gemacht. 

Eine große Anzahl von Mitgliedern hat sich im Raum München niedergelassen und so war es auch wegen der Nähe zum Hauptverein naheliegend, den Sitz der Sektion nach München zu verlegen. In der Mitgliederversammlung am 17.11.1956 wurde dies beschlossen.

Die Mitgliederzahl konnte von 48 in 1956 auf 629 in 1984 gesteigert werden. Die Sektion sammelte die bergbegeisterten Ascher Vertriebenen ein und die Ascher Hütte war der Kristallisationspunkt.

60 Jahre Ascher Hütte wurde 1956 noch an der alten Hütte gefeiert. Dann wurde der Umbau in Angriff genommen.

Die Verlegung der Sektion nach München hat zu einem starken Mitgliederzuwachs bis 1984 geführt. Die große Konkurrenz unter den vielen Sektionen in München führte aber dazu, dass die Sektion ab dann nicht mehr wachsen konnte. Die Sektion war für die Nachkommen der Ascher nicht mehr so attraktiv, weil sie sich in den Sektionen vor Ort engagierten.

Das Durchschnittsalter der Sektionsmitglieder stieg rapide an. Auch war es nicht möglich, ein Vereinsleben mit Veranstaltungen und Bergaktivitäten zu organisieren. Schon bei den Feierlichkeiten zum 100 jährigen Bestehen der Ascher Hütte, 1996, war sich der Vorstand einig, dass die Sektion einen starken Partner benötigt, um die Tradition der über 100 jährigen Sektion und die Ascher Hütte erhalten zu können. Die Mitgliederversammlung beauftragte den Vorstand eine Sektion zu finden, welche eine starke Jugend und damit Zukunft hat und die keine Hütte in den Alpen ihr Eigen nennen konnte. Schon bald war man sich mit der Sektion Pfaffenhofen einig, gemeinsam den Weg zu gehen.

Am 15. Nov. 2003 wurde von der gemeinsamen Mitgliederversammlung unter notarieller Aufsicht die Verschmelzung der Sektionen Asch und Pfaffenhofen zur neuen Sektion Pfaffenhofen-Asch e. V. beschlossen.

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